Erst am nächsten Tag werden die Hüte von den Formen genommen. Die Oberfläche wird anschließend mit Dampf und Bürsten behandelt und geglättet. Die Haare müssen im Strich liegen. Nach erneutem Trocknen wird der Hut von der Holzform abgelöst, der Rand umgebügelt, oder wie beim Ausseer-Hut Natur abgeschnitten und in der Näherei weiter verarbeitet.

Dort wird die Hutkrempe wie beim Ausseer-Hut entweder mit dunkelgrüner Seide eingefasst, oder das doppelte Randende zusammengenäht  „umgesteppt“ - hauptsächlich bei Jagd– oder robusten Gebrauchshüten wie der Ausseer Wetterhut.

 

 

In der Näherei

Wie entsteht ein Hut?

 

In unserer Werkstätte werden alle Hüte seit 480 Jahren (gegr. im Jahre 1532) von Hand gefertigt.

 

Ein Hut, oder vielmehr das Ausgangsprodukt – der „ Stumpen“ wird aus Hasenhaar oder Schafwolle gewalkt. Der Haarhut ist leichter und feiner als der Lodenhut (Schafwolle). Das Hasenhaar kommt zum überwiegenden Teil aus Australien. Von dort werden die Haare nach Europa in diverse Stumpenfabriken geliefert, und dort angefertigt.

 

Die Hutstumpen werden in gewünschter Farbe und Größe bei diesen Firmen bestellt (die Qualität wird in Gramm angegeben). Ein normaler Damen- oder Herrenhut hat in einer stabilen Qualität etwa 130g.

 

 

Es muss nicht immer schwarz und grün sein...

Der Hutstumpen wird nach dem Appretieren in einem Dampfkessel auf ca. 100°C erhitzt, wodurch er erst formbar wird. Nach dem Aufziehen (Plattieren) auf diverse Formen (aus Lindenholz oder Aluminium) kommt der Hut in die holzbeheizte Trockenkammer, wo die angeformten Hüte bei ca. 50-70 Grad eine Nacht lang trocknen.

 

Bei jedem Modell ist für jede Kopfgröße eine eigene Form nötig. Das sind in der Regel bis zu 9 Formen von den Größen 54 bis 62. Bei vielen Modellen sind Kopfweiten von 47 bis 66 möglich !

 

 

Das Plattieren: Vom Dampfkessel...

Einige von hunderten Holz, -und Aluformen

...auf die Form

Zurück in der Werkstätte wird dem Hut die endgültige Form gegeben. Der Kopf wird in Schlitzform oder im „Dreispitz“ eingebügelt.

Ebenso erhält der Rand, also die Hutkrempe die endgültige Form. Dies geschieht wiederum auf der Randform, die auch zum Plattieren verwendet wurde.

 

Vollendet wird der Hut in der Näherei mit einer so genannten Garnierung. Ein Schweißband (Leder oder Stretchstoff) innen, Seiden- oder Ripsbänder und Schnüre in unterschiedlichen Qualitäten sorgen Außen für ein gefälliges Aussehen.

 

 

Vor allem im Salzkammergut war und ist der Hut nicht nur Tracht, sondern ein fixer Bestand- teil der Kleidung. Ob zum Kirchgang oder zur täglichen Arbeit ist der Hut nicht nur des optischen Aussehens, sondern auch aus praktischen Gründen unentbehrlich.

 

                                                                                                                                                               Elfriede Reiter

Rand bügeln

Feinschneiden des Randes

Werkzeug